Die Berliner Koalitionspartner klopfen sich auf die Schulter: Das Rentenpaket ist geschnürt. Sowohl die von der SPD initiierte Rente mit 63 als auch die von der Union vorangetriebene Mütterrente haben allerdings Schlagseite - und zwar in Richtung Westdeutschland.

Sich mit 63 Jahren zur Ruhe setzen zu können, erfordet 45 Jahre Beitragszahlung. Arbeitslosigkeit soll angerechnet werden, nicht aber der Hartz-IV-Bezug. Dieses Regularium ist am ehesten auf westdeutsche Facharbeiter zugeschneidert. Allein schon durch die wendebedingten Einschnitte im Berufsleben haben die Ostdeutschen das Nachsehen. Bei der Mütterrente zählt jeder Rentenpunkt im Westen sowieso mehr. Zudem wird für Frauen, die in der DDR oft ein Jahr nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiteten, der Rentenanspruch daraus mit der Mütterrente gegengerechnet. Einbußen sind die Folge.

Gerecht ist das alles nicht, entspricht aber der Verteilung der Wähler. Die wohnen mehrheitlich im Westen.