Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt ist sehr kleinteilig aufgestellt. Anders als in Ländern wie Niedersachsen oder Bayern gibt es hier vor allem kleine Betriebe mit nur wenigen Mitarbeitern und keine Dax-Konzerne mit Tausenden Angestellten. Steuererklärungen muss der Firmenchef oftmals selbst erledigen - wenn ihm nicht beispielsweise die Ehefrau hilft.

Verständlich ist dann der Ärger, wenn sich Betriebsprüfungen häufen - weil solche den Geschäftsalltag einer kleinen Familienfirma schnell mal durcheinander wirbeln können und Geld kosten. Denn die Zeit, die der Firmenchef mit dem Betriebsprüfer zubringen muss, fällt für die Bearbeitung von Aufträgen weg.

Bei allem Anspruch hinsichtlich der Steuergerechtigkeit sollten Sachsen-Anhalts Finanzbeamte deshalb Augenmaß wahren - und sich vor allem auf schwarze Scharfe konzentrieren. Die gibt es natürlich, aber nicht in solchem Ausmaß, wie aus der Prüfhäufigkeit geschlossen werden könnte.