Auf den ersten Blick wirkt es wie ein leicht durchschaubarer Schachzug der PR-Abteilung des FC Bayern München. Vier Tage nach dem gegen Borussia Dortmund in der Verlängerung gewonnenen DFB-Pokalfinale plädiert der Rekordmeister eindringlich für die Einführung der Torlinientechnologie. Jener Technik, mit deren Einsatz im Endspiel von Berlin die Bayern vermutlich nach dem nicht anerkannten Hummels-Treffer auf der Verliererstraße gelandet wären.

Statt billiger Effekthascherei zeigt aber der Antrag den in Höchstmaßen ausgeprägten Professionalimus beim deutschen Branchen-Primus. Halbe Sachen machen die Bayern nicht - auch nicht in Sachen Tor oder kein Tor. Schon vor zwei Monaten waren die Münchner für die Einführung der vorhandenen Technik. Insofern ist der Vorstoß jetzt nur allzu konsequent und folgerichtig. Nicht auszudenken, die Bayern hätten den Pokalsieg durch ein Phantomtor verpasst - das wäre viel schlimmer, als ein paar hunderttausend Euro für die Technik aufzubringen.