Das Wort Schindelbruch klingt, als könnte es im Medizin-Wörterbuch Pschyrembel stehen. Dabei ist Schindelbruch keine schmerzhafte Fraktur, sondern der Name eines Wellness-Hotels im Südharz. Genau dort will die Landesregierung Mitte Juni bei ihrer Haushaltsklausur nach einem Rezept für die notleidenden Unikliniken suchen. Medizinische Kenntnisse werden weniger gefragt sein - das Problem sind die Zahlen.

Eines ist schon jetzt absehbar: Gesund und munter wird der Patient in nächster Zeit nicht werden. Zu viele Ursachen stecken hinter den roten Zahlen, die die Häuser seit drei Jahren schreiben. Um ein letztes Mal medizinisch zu sprechen: Die Kliniken sind multimorbid. Und nur bei einem Teil der Ursachen hat die Landesregierung Mittel in der Hand, um zu helfen. Die Politik muss vor allem darauf drängen, dass die Krankenhäuser ihre Doppel- und Dreifachstrukturen abbauen, nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Hier wird unser Geld verbrannt, jeden Tag aufs Neue.