Für die SPD hat es sich ausgezahlt, bei der Europawahl auf den Spitzenkandidaten Martin Schulz zu setzen. Bei vielen Wählern hat die Botschaft mobilisiert, dass mit seiner Wahl auch eine Vorentscheidung über einen Kommissionspräsidenten fallen könnte. Eine Trendwende in Deutschland kann die Partei davon nicht ableiten.

Der Deutschlandtrend der FDP setzt sich dagegen auch in Europa fort. Der erfolgreiche Wettbewerber AfD hat sicher dafür gesorgt, dass das Ergebnis für die Liberalen noch schlechter ausgefallen ist. Der Partei fehlte die programmatische Alleinstellung. Sie konnte sich gegenüber CDU und AfD nicht profilieren. Und so mancher Wähler der Union hat vielleicht auch in der AfD eine Alternative gesehen.

Ärgerlich ist, dass nach der unverständlichen Entscheidung der deutschen Verfassungsrichter nun möglicherweise Splitterparteien mit Partikularinteressen wie die "Tierschutzpartei" oder niederen Interessen wie die NPD ins Parlament einziehen können.