Verbraucherfreundlich ist ein schönes Wort, mit dem sich Politiker nur allzu gerne schmücken. Diesmal also Umweltministerin Barbara Hendricks. Große Schilder im Supermarkt sollen dem Verbraucher zeigen, was Mehrweg und was Einweg ist. Hintergrund ist der sinkende Absatz von Mehrwegverpackungen, vor allem Flaschen.

Doch mit Schildern wird dieses Problem nicht gelöst. So nehmen viele Supermärkte zum Beispiel nur die Mehrwegflaschen zurück, die sie selbst im Sortiment haben. Einwegflaschen müssen sie hingegen annehmen. Zudem produzieren schon heute viele Unternehmen ihre Mehrwegflaschen so, dass sie weniger oft wiederverwendet werden können als früher. Die Brauerei Paulaner beispielsweise kalkuliert inzwischen mit acht Umläufen einer Flasche, wo es früher bis zu 50 waren. Statt also den Verbraucher mit Schildern zu beglücken, sollte die Politik beim Pfand dort ansetzen, wo es entsteht: bei den Produzenten.