Sachsen-Anhalts Sozialdemokraten haben bei den Kommunalwahlen ein mieses Ergebnis eingefahren. Ein Grund dafür ist, dass die SPD vor Ort einfach nicht präsent genug ist. Die Parteistrukturen sind ausgedünnt, Mitgliederschwund und Überalterung setzen der SPD zunehmend zu.Dazu kommt ein erstaunliches Phänomen: Unpopuläre Themen der schwarz-roten Landesregierung wie Schulschließungen, Kürzungen bei Unis und Hochschulen oder die geplante Polizeireform werden offenbar der SPD deutlich stärker angelastet als dem Koalitionspartner CDU. Da zahlen sich auch Absetzbewegungen der SPD-Landtagsfraktion - wie zuletzt vor allem bei der Polizeireform - nicht aus. Für viele Wähler ist und bleibt in erster Linie SPD-Finanzminister Jens Bullerjahn der Buhmann.

An der CDU hingegen perlen die hitzigen Debatten und Proteste der vergangenen Monate ab - sie kann sogar noch zulegen. Das sorgt für wachsenden Unmut in der SPD. Das Regieren wird für Schwarz-Rot nicht unbedingt leichter.