Zwei Jahrzehnte nach den Himmelfahrtskrawallen ist Magdeburg eine weltoffene, tolerante Stadt geworden. Beispiele dafür gibt es genügend: Junge Leute aus aller Welt kommen gerne zum Studium an die Elbe, bei der alljährlichen Meile der Demokratie im Januar zeigen Stadtverwaltung, Ordnungskräfte und Zehntausende Bürger gemeinsam Flagge gegen Rechts, und bei der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag ist die NPD mit 0,2 Prozent in der Bedeutungslosigkeit versunken, um nur einige zu nennen.

Dennoch: Die Fernsehbilder mit gejagten Ausländern und den Hitlergruß zeigenden Skinheads, die um die Welt gingen, haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Und es brauchte nur eine Polizeiruf-110-Folge aus Magdeburg, in der ein Schwarzafrikaner von Jugendlichen durch die Stadt gejagt wird, um die alte Wunde wieder aufzureißen. Die Magdeburger dürfen deshalb nicht nachlassen in ihren Bemühungen für ein tolerantes und friedliches Miteinander. Das ist und bleibt unsere Hypothek für die Zukunft.