Auch ein Jahr nach der Hochwasser-Katastrophe sind die Folgen noch sichtbar. Viele Schäden sind noch nicht beseitigt. Für Betroffene ist das kaum nachvollziehbar. Dies allein der langwierigen Genehmigungspraxis von Wiederaufbauhilfen anzulasten, ist aber ungerecht. Es wäre verkehrt, Millionen von Euro nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen. Genau hinzusehen, wie viel Geld notwendig, hat nichts mit Bürokratie, sondern mit Verantwortung zu tun.

Nicht selten haben die Zerstörungen der Flut auch die Chance zum Neuanfang eröffnet. So bekommen die Kanuten in Calbe kein saniertes, sondern ein neues Bootshaus. Und auch die Magdeburger Verkehrsbetriebe überplanen den Bau des Straßenbahn-Depots noch mal neu. In beiden Fällen ist das ebenso vernünftig wie zeitaufwändig. Es wird wohl noch viel Geduld nötig sein im Umgang mit den Folgen des Hochwassers. Hoffentlich ist das Wasser nicht schneller wieder da, als die Schäden behoben sind.