Dass die Landesregierung im Fall der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz einen scharfen Schnitt gemacht hat, war längst überfällig. Nach dem Bekanntwerden der Kinderporno-Vorwürfe gegen den Geschäftsführer im vergangenen Herbst haben sich die Jugend- und Familienverbände des Trägervereins monatelang ergebnislos in Verteilungskämpfen zerfleischt.

Sie hätten die Landesstelle, wie vom Ministerium gefordert, mit einem gemeinsamen Konzept auf neue, glaubwürdige Beine stellen können. Stattdessen kochte jeder sein eigenes Süppchen - wenn es um die begehrte Landesförderung geht, hört die Freundschaft offensichtlich auf.

Den Zuschlag hat nun der Verband mit dem besten Konzept erhalten. Damit ist bei aller Misere der Weg frei für einen zeitgemäßen Neuanfang. Und wenn alle Verantwortung in einer Hand liegt, ist hoffentlich auch eine bessere Kontrolle gewährleistet. Wie der Kinderporno-Fall zeigt, hat der jetzige Trägerverein hier offensichtlich versagt. Sachsen-Anhalt