Vor gerade mal einer Woche hatte Barack Obama der Rolle Amerikas als Weltpolizist abgeschworen. Militär werde nur noch im äußersten Notfall eingesetzt, so der US-Präsident. Angesichts dieses Bekenntnisses ist die Ankündigung erhöhter Truppenpräsenz in Osteuropa ein Rückfall in die Steinzeit.

Die Ukraine-Krise ist zwar nicht dazu angetan, Friedenstauben aufsteigen zu lassen. Gewiss werden dadurch vom Baltikum bis nach Rumänien alte Ängste vor einer russischen Invasion wieder wach. Doch mehr Truppen in den östlichsten Nato-Ländern zu stationieren, dient nicht einer Entspannung der Lage, sondern verschärft sie eher. Unter der Teilung hat Europa in den fast 50 Jahren des Kalten Krieges schwer gelitten.

Jetzt droht eine neue scharfe Spaltung in eine westliche und eine russische Einflusssphäre. Einschließlich teurer Aufrüstung auf beiden Seiten. Die deutsche Verteidungsministerin wollte Kindergärten bauen - nun wird sie doch Geschütze kaufen müssen. Politik