Der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat schon die "Dicke Bertha" abgefeuert und Banken mit einer Billion Euro geflutet. Die horten aber das Geld oder leihen es ihren klammen Staaten. Von Konjunkturbelebung durch Kredite keine Spur. Es ist so wie in Sachsen-Anhalt: Jede Menge Fördergeld, aber zu wenig Projekte, die man fördern könnte.

Wenn das Geld immer billiger wird, vermehren sich leider nicht automatisch die guten Gründe, es auszugeben. Wo viel Geld ist, vergrößert sich eher die Wahrscheinlichkeit einer Blase. Die heutige Leitzinssenkung hat der Markt vermutlich schon eingepreist. Draghis letzte Ladung wird also verpuffen.

Freuen dürfen sich die Finanzminister. Auf Kosten von Omas Sparstrumpf können sie ihre Haushalte mit billigen Krediten finanzieren. Und auch hier bringt viel Geld nicht zwangsläufig Segen: Statt Schulden abzubauen, erhöht Wolfgang Schäuble die Ausgaben und die Griechen freuen sich, wieder eigene Schulden machen zu können. Seite 1