Angela Merkels abgehörtes Mobiltelefon sollte dereinst im Bonner Haus der Geschichte ausgestellt werden. Schließlich ist es das entscheidende Symbol einer Staatsaffäre, in der es schon merkwürdig ruhig geworden war. Die Bundesregierung hatte mit Erfolg versucht, die aufgeheizte Debatte über die Ausspähaktionen des US-Geheimdienstes NSA herunterzudimmen.

Plötzlich steht die Sache wieder voll im Rampenlicht. Weil Generalbundesanwalt Harald Range zumindest wegen der Bespitzelung des Kanzlerinnen-Handys ermittelt - und wegen beklagter massenhafter Ausspähung des deutschen Telefonnetzes womöglich auch noch.

Die Ermittlungen sind eine Steilvorlage für den NSA-Ausschuss, dessen Sinn schon in Frage stand. Range greift zudem ein verbreitetes Unbehagen im Volk auf. Er wird wohl sehr gute juristische Gründe für seinen Schritt haben. Nichtigkeiten würden die deutsch-amerikanischen Beziehungen nur unnütz belasten. Politik