Waffenruhe in der Ostukraine. Präsident Poroschenko will mit dieser frohen Botschaft offenbar verhindern, dass der von Kiew geführte Militäreinsatz dort den Separatisten weiteren Zulauf beschert. Der Präsident will verhandeln, mit dem Ziel, eine Föderalisierung des Landes - wie die Separatisten es fordern - zu verhindern. Poroschenko will die Zentralgewalt retten. Die Frage ist nur, ob dies das Wohlwollen Moskaus findet.

Dieses wird um so geringer sein, je mehr Kiew an den historisch gewachsenen Verbindungen zu Moskau zerrt. Poroschenko mag ja darauf pochen, dass er die Ukraine in der EU sieht. Er kann aber nicht ausblenden, dass sein Land ohne Russland nicht aus der Krise herauskommt. Weder wirtschaftlich noch politisch. Wobei Kiews Abhängigkeit von russischem Gas lediglich ein Machtfaktor ist. Ein weiterer ergibt sich aus den Interessen von EU-Staaten. Ihnen muss ein Spagat zwischen Kiew und Moskau gelingen. Das erscheint derzeit wie die Quadratur des Kreises.