Schwerter zu Pflugscharen" war das Motto der Friedensbewegung der DDR-Kirchen, die ihren Teil zur Erosion der Diktatur beitrug. Daran müsste sich auch der frühere Rostocker Pfarrer Joachim Gauck erinnern, wenn er als Bundespräsident heute in Budapest den Erfolg des gewaltlosen Umbruchs in Osteuropa würdigt.

Für Gauck scheint das Geschichte zu sein. In staatsmännischer Verantwortung hat er nicht zum ersten Mal dafür plädiert, Deutschlands Rolle in der Welt militärisch stärker zu untersetzen. Wo aber würde Gauck denn für aktive Konfliktlösung aktuell eingreifen wollen? Im Irak vielleicht, den nicht einmal die Amerikaner dauerhaft befrieden konnten? Oder in der Ukraine, wo ein Krieg mit Russland die zwangsläufige Folge wäre? Nein, das geeinte Deutschland hat sich gerade damit einen Namen gemacht, als Vermittler und nicht als Militärmacht aufzutreten. Kläglich, dass Gauck sich von der Pflugschar verabschiedet hat und laufend das Schwert schwingen will.