Eine Nationalmannschaft ist so etwas wie die S-Klasse eines Automobilunternehmens. Das Zugpferd. Die Nobel-Karosse. Das Führungsfahrzeug und Aushängeschild. Bezogen auf die "Marke" deutscher Handball ist das Aus für die WM 2015 nichts anderes als ein Totalschaden.

Doch niemand kann so tun, als käme der Crash aus heiterem Himmel. Es handelt sich nicht um einen unvorhersehbaren Unfall, sondern hier ist jemand sehenden Auges ins Unglück gerast. Denn der Karren lief seit längerem nicht rund. Und nachdem er bereits zweimal gehörig ins Schlingern gekommen war (Verpassen von Olympia und EM), steckt er nun im Dreck.

Alles und jeder muss nun auf den Prüfstand. Sicher ist es notwendig, zu allererst den Fahrer, sprich Bundestrainer Martin Heuberger, auszutauschen. Aber auch die Liga als "Zulieferbetrieb" droht Schaden zu nehmen. Und so wird auch hier, wo die Werkbänke für das Herzstück der S-Klasse, den Motor, stehen, ein Umdenken unumgänglich sein.