Waren die Kürzungen bei der Solarförderung in der Vergangenheit immer von lautstarken Protesten der Industrielobby begleitet worden, herrschte gestern in der Hauptstadt eitel Sonnenschein. Das weitere Herunterfahren der Subventionen sei sogar "sinnvoll", sprudelte der Solarwirtschaft-Präsident geradezu über. Hatte er was genommen? Nein.

Die Zähmung des Widerspenstigen hat zwei Gründe. Zum einen sorgt sich die Branche über die zunehmend schwindende Akzeptanz der grünen Energie in der Bevölkerung, die die Ökowende mit teils deftigen Aufschlägen auf die Stromrechnung bezahlen muss. In dem Fall ist Nachgeben eine toleranzfördernde Maßnahme. Zum anderen deutet das Stillhalten der Hersteller darauf hin, dass sie noch Luft haben. Deren Gewinn schmilzt zwar weiter ab, gänzlich verdunsten aber wird er nicht. (Wirtschaft)