Es klingt zynisch, ist aber neue Wirklichkeit in Nahost: Angesichts des Terrors der islamistischen Isis-Krieger wirken syrischer Bürgerkrieg und Atomrüstung des Irans plötzlich als kleinere Übel. Weil die sunnitischen Extremisten einen Landbogen vom Mittelmeer bis zum Golf erobern könnten, tun sich plötzlich ungeahnte Allianzen auf. Wer hätte noch vor Monaten an eine eventuelle militärische Kooperation zwischen den USA und dem Iran auch nur zu denken gewagt? Oder wer wäre auf die Idee gekommen, dass Syriens schon abgeschriebener Herrscher Baschar al-Assad einmal für den Westen als Bollwerk gegen den Islamismus gebraucht werden könnte?

Um die Extremisten zu stoppen, die im Namen ihres Glaubens grenzübergreifend Tod und Terror verbreiten, scheint jetzt alles möglich. Deutschland will sich laut Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen zunächst zurückhalten. Das ist auch besser so - weil sich die Konstellationen in diesem Konflikt im Tagesrhythmus ändern können.