Der Sünder im deutschen Handball trägt nun auch offiziell den Namen Martin Heuberger, der Vertrag mit dem Bundestrainer wird nicht verlängert. Nach dem Verpassen der WM 2015 wäre jede andere Entscheidung auch unerklärbar gewesen. Die eigentliche Sünde des deutschen Handballs ist damit freilich nicht aus der Welt. Sie trägt den prominenten wie scheinheiligen Namen: "Stärk-ste Liga der Welt". Und sie spielt im wohl schwächsten Verband der Welt. Oder wie kann man das nationale Langzeittief erklären?

Heuberger war ein erfolgreicher Nachwuchstrainer, zwischen 2003 und 2011 führte er die DHB-Junioren zu zwei WM-Titeln. So gesehen hatte er den geforderten Umbruch längst eingeleitet, bevor er den offiziellen Auftrag dazu erhielt: Talente integrieren und Erfolge sichern. Nur die Vereine haben zu selten mitgezogen, zu viele im Kaufrausch von Weltklasse den Bezug zur eigenen Basis verloren. Das lässt sich so schnell nicht mehr aufholen. Unter diesen Umständen darf man dem neuen Nationalcoach schon mal sein Beileid aussprechen.