An dieser Stelle können es Politiker nur falsch machen: Geben sie den Eltern das Recht der Schulwahl, wird das als Misstrauen gegenüber den Grundschullehrern empfunden. Dürfen die Lehrer entscheiden, fühlen sich die Eltern entmündigt. Tatsächlich können ja beide Seiten gute Gründe für sich anführen: Die Pädagogen entscheiden professionell aufgrund ihrer Erfahrungen im Unterricht. Die Eltern hingegen wissen, wie viel Unterstützung sie leisten können, um den Leistungswillen zu kitzeln. Und sie haben ja auch sonst die Verantwortung für den weiteren Lebensweg ihrer Sprösslinge. (Auch wenn das nicht jedem bewusst ist.)

Ein Problem ist die unselig frühe Aufteilung der Kinder: Schon in der vierten Klasse wird sortiert. Damit fällt eine Entscheidung, die oft das ganze Leben prägt. Wenn schon Drittklässler unter Druck stehen, nur ja das "Grundschul-abitur" zu bestehen, ist das fatal. Das spricht für den Erhalt des Elternwillens. Und das Urteil der Grundschule gibt´s als Rat dazu.