Die Lage in der Ukraine ist ein politischer Dauerbrenner - und ein Menetekel. Unheil verspricht nicht nur die Hilflosigkeit der Führung in Kiew, deren Waffenruhe offenbar weder die eigenen Truppen noch die militantesten prorussischen Separatisten in der Ostukraine für voll genommen haben. Ganz zu schweigen von dem Friedensplan, den der ukrainische Präsident vorgelegt hat.

Und die EU, deren Mitglied die Ukraine irgendwann einmal werden will, übt sich in Appellen. Das wird sich wohl kaum ändern, wenn die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten an diesem Freitag beraten haben. Sanktionen nützen keinem und eine politische Lösung des Konfliktes liegt in weiter Ferne.

Ein böses Omen in dieser Sackgasse ist das Lippenbekenntnis des russischen Präsidenten: Er lobt den Waffenstillstand und spielt den Ball nach Kiew zurück, wo der Konflikt gelöst werden solle. Kein Wort zu den Separatisten. Eine Demonstration: Der Mann in Kiew hat keine Macht.