Sachsen-Anhalt gehen wahrscheinlich 40 Millionen Euro EU-Fördergelder durch die Lappen. Betroffen sind vor allem Existenzgründer. Wenn das auch nur ein kleiner Teil des Gesamtbudgets ist: In einem Land mit einem auffallend hohen Mangel an Firmen und Unternehmern ist das mehr als ein Ärgernis. Dieser Misserfolg hat viele Väter.

Erstens: Die EU strickt Programme, die zu kompliziert und lebensfremd sind. Die frisch gewählten EU-Abgeordneten können sich hier gleich mal ins Zeug legen, um es künftig besser zu machen.

Zweitens: Die Regierung hat bei der Umorganisation der Ministerien geschlafen. Die mit der Qualifizierung von Existenzgründern befassten Fachbeamten wurden ins Sozialministerium versetzt - das Förderprogramm aber blieb beim Wirtschaftsministerium.

Drittens: Wenn die Koalition im Landtag die Gelder für Existenzgründer-Berater zusammenstreicht, muss sie sich nicht wundern, wenn vor Ort zu wenig Jungunternehmer akquiriert werden.