Sollte es wirklich so sein, wie gestern durch einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bekannt wurde, dass das Kanzleramt nicht hinter den Reformplänen vom Verteidigungsminister steht, wird es eng für zu Guttenberg. Da nutzt es auch nichts, wenn ihm die CDU/CSU-Bundestagsfraktion aufmunternd auf die Schulter klopft und der Freiherr bei seinen Soldaten ein überragendes Ansehen hat.

In einer Situation, da der CSU-Mann bereits wegen der Vorfälle in seinem Verantwortungsbereich mit dem Rücken zur Wand steht, erscheint die späte Kritik an den Umbauplänen wie ein Dolchstoß in den Rücken. Und es ist fraglich, ob zu Guttenberg dieses Rütteln an seinen Grundfesten politisch überlebt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum die Struktur-Kritik aus dem Kanzleramt gerade jetzt gestreut wird, wo zu Guttenberg angeschlagen scheint. Ist der politische Senkrechtstarter einigen zu stark geworden?