Die Wohnungskündigung des Seniors Friedhelm Adolfs könnte womöglich den Bundesgerichtshof beschäftigten. Dann würde der juristische Streit um die Wohnungsräumung wegen Rauchens endgültig zum deutschlandweiten Aufreger. Schon jetzt stilisieren einige Zeitgenossen den Rentner zum Rächer aller geknechteten Raucher hoch. Das führt in die völlig falsche Richtung: Wer seine Nachbarn im Mietshaus hemmungslos zuqualmt, ist kein tapferer Widerständler, sondern ein notorischer Störenfried. Er könnte genauso gut jeden Tag den Hund ins Treppenhaus pinkeln lassen und dies mit artgerechter Tierhaltung begründen.

Nein, die Raucherei ist nur ein Vehikel für den eigentlichen Grund des Zanks: Hier hat jemand nichts von der gegenseitigen Rücksichtnahme verstanden, die für das Leben unter einem Dach unverzichtbar ist. Dieser Egoismus stinkt mehr zum Himmel als die Rauchwolken, um die es im Prozess ging.