Der HSV Hamburg erhält nun doch die Lizenz für die kommende Saison in der Handball-Bundesliga. Drei Anläufe und letztlich eine Entscheidung am grünen Tisch durch ein angeblich unabhängiges Schiedsgericht waren nötig, damit der hochverschuldete Champions-League-Sieger von 2013 zu seinem vermeintlichen Recht kommt.

Dass es von der Konkurrenz Kritik hagelt, ist verständlich. Denn es ist weder nachvollziehbar noch ist es richtig und schon gar nicht glaubwürdig, wenn ein an den sportpolitischen Haaren herbeigezogener Formfehler ausreicht, um die mit Bedacht und Weitsicht getroffene Entscheidung der Wirtschafts-Experten des Liga-Dachverbandes HBL auszuhebeln.

Die Lex Hamburg ist eine krasse Fehlentscheidung. Sie ist ein Schlag ins Gesicht der Vereine, die bislang nicht über ihre Verhältnisse gelebt und sich den Erfolg nicht teuer erkauft haben. Das gebeugte Recht öffnet nun unseriösem Wirtschaften Tür und Tor. Für die stärkste Liga der Welt ist dies jedoch in letzter Ins-tanz das Todesurteil.