Die sunnitische Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und (Groß-)Syrien" (Isis) hat in den von ihr eroberten Provinzen Iraks und Syriens ein "Islamisches Kalifat" ausgerufen. Und mit dem Einmarsch der kurdischen Peshmerga in die (ölreichen) Gebiete um Kirkuk scheint die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates in Reichweite.

Die Proklamation des einen und möglicherweise des anderen Staates ist Teil eines mit Petrodollars wie kriegerischen Mitteln geführten Machtkampfes in der Region, der im Grunde mit dem Überfall Saddam Husseins auf den Iran nach der Revolution von 1979 begonnen hatte und fortdauert - instrumentalisiert von äußeren Mächten. Dabei spielen die nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches gezogenen Grenzen augenscheinlich keine sonderliche Rolle mehr. Am Ende dürfte die Landkarte des Nahen Ostens neu gezeichnet werden.

Da sollte Israels Premier Netanjahu, der jetzt einen Kurdenstaat unterstützt, dann aber auch nicht länger einen Palästinenserstaat verhindern.