Wir haben vor Beginn der Hauptrunde so viel erwarten dürfen und haben nichts bekommen außer Enttäuschung und die Erkenntnis, dass ein Umbruch längst nicht beendet ist: Heute geht es für die deutschen Handballer bei der WM nur noch um Platz elf – um nichts also. Nicht Norwegen bedeutete dabei unser Debakel, das ereilte uns gegen Ungarn. Diese Niederlage stellte den Wert der siegreichen Leistung gegen Island komplett infrage. Folge: Seelische Leere und doch der Druck, noch Platz sieben erreichen zu können. Eine explosive Mischung, zu explosiv für ein charakterschwaches Team.

91 Spieler aus der Bundesliga, der stärksten Liga der Welt, sind in dieses Turnier gestartet. Bei aller Qualität der ausländischen Akteure – das ist kein gutes Zeichen für eine glorreiche Zukunft einer DHB-Sieben, wenn aus der eigenen Schmiede zu wenige den Durchbruch zum Weltformat schaffen, zu wenige Führungsqualitäten besitzen. Teamgeist allein ist keine Rettung, die Ungarn-Partie hat das bewiesen. Dass der Umbruch seit der WM 2007 so lange dauert, ist alarmierend. Ihm fehlt offensichtlich das Fundament in den Vereinen. Höchste Zeit, Konsequenzen daraus zu ziehen.(Sport)