Über Gabriels Fracking-Foul zur WM debattieren Umweltaktivisten im Internet und warnen vor verseuchtem Trinkwasser. Hunderttausende unterzeichnen eine Online-Petition. Aber so einfach ist das nicht. Das Eckpunktepapier legt die Hürden hoch: Fracking erst ab 3000 Metern. Damit sind die begehrten Lagerstätten von Schiefergas und Kohlenflözgas weitestgehend aus dem Rennen. Denn diese gibt es vor allem in höheren Schichten.

Ein bisschen ist die Politik an dem Shitstorm selber schuld. "Umwelttoxische Substanzen sollen beim Fracking nicht zur Anwendung kommen dürfen", teilte vorige Woche das Wirtschaftsministerium mit. In dem aktuellen Papier fehlt dieser Satz. Stattdessen heißt es: Die Frack-Flüssigkeit dürfe maximal schwach wassergefährdend sein. Das ist eine Wischi-Waschi-Formulierung mit Interpretationsspielraum. Insofern bleibt Skepsis berechtigt. Denn wir sind abhängig vom Gas. Drohen Märkte wie in Russland wegzubrechen, kommt erst das Fressen, dann die Moral.