Die Formulierung historisch wird heutzutage gerne überstrapaziert. Beim sensationellen 7:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Halbfinale, das Gastgeber Brasilien und ein 200-Millionen-Volk in ein Tal der Tränen stürzte, ist sie angebracht.

Bei aller Freude über diesen denkwürdigen Abend und der Tatsache, dass sich die DFB-Kicker wieder einmal als Turniermannschaft entpuppt haben, bleibt jedoch festzuhalten: Joachim Löw und seine Schützlinge sind noch nicht dort, wo sie hinwollen. Noch fehlt ein entscheidender Schritt, der auf den WM-Thron. Erst dann stehen Philipp Lahm Co. auf einer Stufe mit Fritz Walter, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus. Insofern tritt der Bundestrainer zu Recht auf die Euphoriebremse.

Nach diesem dominanten Auftritt muss aber niemand Angst haben, dass Deutschland sein Pulver fürs Finale möglicherweise verschossen hat. Es muss ja nicht wieder ein 7:1 sein, ein knapper Sieg tut`s auch.