Viele Medikamente sind zum 1. Juli "über Nacht" deutlich teurer geworden. Weil die Krankenkassen ihre Festbeträge gesenkt haben, müssen einige Patienten nun kräftig draufzahlen.

Ja, diese "Anpassung" ist nicht neu, sie wird jährlich vorgenommen. Und ja, sie kurbelt den Wettbewerb der Hersteller an, was letztlich auch den Versicherten zugute kommt. Doch wegen der Masse der Senkungen und der Tatsache, dass nur noch zehn Prozent der Medikamente zuzahlungsfrei sind, bleibt vor allem ein Eindruck haften: Dass sich die Kassen auf Kosten ihrer Versicherten die Taschen füllen. Angesichts der Reserven in Höhe von mehr als 16 Milliarden Euro kann man darüber nur den Kopf schütteln.

Teurere Medikamente, hohe Kosten für Pflege, Abrechnungsbetrug in Krankenhäusern - unser Gesundheitswesen ist selbst zum Patienten geworden. Nicht mehr der Mensch steht im Mittelpunkt. Es geht vielerorts oft nur noch ums Geldverdienen. Das ist die traurige Diagnose. Genesungstermin: Im Moment nicht in Sicht.