Die Spionageaffäre zieht offenbar immer weitere Kreise. Was da auch immer noch im Busche sein mag, darüber kann man trefflich spekulieren. Doch schon jetzt lässt sich feststellen, dass der deutschen Regierung die Hoheit über einen Teil ihrer Geheimnisse abhanden gekommen ist.

Und das, weil US-Geheimdienste getan haben, wofür sie bezahlt werden, nämlich Informationen zu beschaffen. Dafür hören NSA-Ohren am Telefon mit. Und für die CIA ist es nun mal besser, beim Bundesnachrichtendienst einen Agenten zu haben als gar keinen.

Danach strebt jeder Geheimdienst - auch jeder befreundete. Und zwar geheim und ohne zu fragen. Weder allgemeine Empörung noch Gespräche zwischen zwei Außenministern werden das je ändern. Dagegen helfen nur Abwehr, Vorsicht und Gegenspionage. Und wenn es die Interessenlage zulässt, arbeitet man auch zusammen. Deshalb muss man nicht immer Arm in Arm durch die Weltgeschichte ziehen.