Vielschwätzer Franz Beckenbauer hat diesmal recht. Der vor der WM von Heerscharen neunmalkluger Besserwisser gescholtene Jogi Löw hat in der Tat alles richtig gemacht. Doch selbst diese Einschätzung ist zu kurz gesprungen. Der Bundestrainer hat in seinen acht Dienstjahren eine Elf geformt, an der sich die Konkurrenz beim kräftezehrenden WM-Turnier die Zähne ausbiss.

Doch Löw blieb es lediglich vorbehalten, an der Spitze einer gewaltigen Pyramide das Gesamtwerk seines Arbeitgebers, des Deutschen Fußball-Bundes, ein langfristiges Konzept zu vollenden. Denn nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der EM 2000 etablierte der DFB zwei Jahre später ein beispielhaftes Förderprogramm mit einem engmaschigen Netz von 366 Stützpunkten - 16 in Sachsen-Anhalt - mit hauptamtlichen Koordinatoren und Hunderten Honorartrainern. 2016 ist Olympia in Rio. Dafür ist es jetzt schon zu spät. Aber will der deutsche Sport künftig auch bei Olympischen Spielen vorn mitmischen, geht das nur über Sichtung und Förderung. Der Fußball macht´s vor. Sport