Halle-Neustadt hat die Hälfte seiner Einwohner seit der Wende verloren. Nur dank einiger Investitionen von Stadt und Wohnungsbaugenossenschaften wurde ein völliger Leerzug abgewendet. Andere Kommunen sollten von diesem Beispiel lernen.

Erstens: Wichtig ist eine gute Infrastruktur. Erst nach der Einweihung der Straßenbahnlinie nach Neustadt (1999) hat der Stadtteil einen Sprung nach vorn gemacht. Plattenbausiedlungen, oft am Stadtrand gelegen, dürfen nicht "abgeschnitten" werden. Angesichts der leeren Kassen der Kommunen wird das in den nächsten Jahren eine Mammutaufgabe. Zweitens: Gesteuerter Rückbau und gezielte Aufwertung von Immobilien gehen Hand in Hand. Mehr Platz, barrierefreie Wohnungen, mehr Grün drumherum - die Wünsche der Mieter haben sich verändert. Nur wer darauf eingeht, behält lebendige Stadtteile.

Halle-Neustadt ist auf dem besten Weg dahin - wenn die beteiligten Akteure den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Seite 3