Wer einen größeren, Einsatz deutscher Truppen in aller Welt fordert, sollte sich die Situation der niederländischen UN-Truppen in Juli 1995 vor Augen führen. Allein gelassen von der Internationalen Gemeinschaft hatte Kommandeur Thomas Karremans die Wahl, dabei zuzusehen, wie die Serben den Massenmord organisieren oder seine rund 450 Soldaten zu opfern. Die Niederländer haben Ihre Soldaten gerettet.

So verhalten sich UN-Einsatztruppen in der Regel. Weil aber weniger Opfer betroffen sind, wird das kaum bekannt. Internationale Hilfsorganisationen erleben es vor allem in Afrika, dass vor den Augen von UN-Soldaten ihre Schutzbefohlenen in Krankenhäusern oder Flüchtlingslagern ausgeraubt, misshandelt und getötet werden. Die Lehre aus Srebrenica: Die deutsche Regierung müsste im Einsatz bei ethnischen Konflikten bereit sein, Soldaten zu opfern oder zuschauen zu lassen. In beiden Fällen würde sie schuldig gesprochen werden.