Was sich in industriellen Schweinezucht- und Mastbetrieben abspielt, dürfte so manchem Verbraucher den Appetit verderben. Da werden Sauen gequält, schwache Ferkel getötet - weil sie das wirtschaftliche Soll nicht erfüllen.

Es ist bedauerlich, dass es erst eines Skandal-Berichts bedurfte, bevor die Landesregierung durchgreift. Schärfere Kontrollen bei Massenproduzenten hätte es schon längst geben können, wenn die Kritik von Tierschützern früher wahrgenommen worden wäre. Eine Mitschuld an den Bedingungen in manchen Ställen tragen aber auch Handel und Verbraucher. Lebensmittelketten unterbieten sich mit Billig-Preisen für Schweinefleisch, Verbraucher befördern den schädlichen Wettbewerb, in dem sie unbedarft stets beim Günstigsten zugreifen. Die Folge: Nur noch jene, die auf Masse produzieren, können sich wirtschaftlich über Wasser halten. Die Versuchung, Tierschutz-Standards zu umgehen, ist groß. Wer also will, das Tiere nicht gequält werden, sollte auch sein Kaufverhalten hinterfragen.