Am 14. September wird in Thüringen der Landtag neu gewählt. Ein Brandbrief von Ex-Bundestagsabgeordneten der SPD hat jetzt erneut die Debatte um ein rot-rotes Bündnis entfacht. Die Sozialdemokraten warnen eindringlich vor einer Koalition mit der Linkspartei. Das Land dürfe kein "Labor für dramatische politische Experimente" werden.

Tatsächlich ist es so, dass in Thüringen politisches Neuland betreten werden könnte. Da die SPD in aktuellen Umfragen deutlich hinter der Linkspartei liegt, würde bei einer rot-roten Allianz die neue Regierung von einem Ministerpräsidenten der Linken angeführt. Das wäre ein Novum. Das Schreiben der besorgten Sozialdemokraten deutet darauf hin, dass der SPD bei einem solchen Schritt die Zerreißprobe droht. Zumal auch auf Bundesebene - nicht zuletzt durch den Ukraine-Konflikt - das Verhältnis zwischen SPD und Linken nach vorsichtigen Annäherungsversuchen wieder merklich abgekühlt ist.