Schneller, höher, weiter - das gestiegene Leistungsniveau der Leichtathleten bei den Titelkämpfen lässt aufhorchen. Es macht Mut, dass es in der Spitze und Breite einen Schub gibt. Gleichzeitig werden dadurch aber auch Erwartungen an ein glanzvolles Abschneiden bei der EM in Zürich geweckt. Vielleicht zu hohe.

Die Spatzen pfiffen es in Ulm bereits vom Stadiondach - frei nach Xavier Naidoo: Der Weg zur EM wird kein leichter sein, vom Treppchen in Ulm aufs Podest im Letzigrund wird kein leichter sein. Zwar sind die Überflieger aus den USA und Jamaika sowie die Läufer-Schar aus Afrika dort außen vor, aber auch auf europäischer Ebene geht gerade die Post ab. Vor allem auf der Laufbahn. Die Deutschen werden es schwer haben, vorne mitzuhalten.

Den Anschluss scheint die Leichtathletik in Sachsen-Anhalt schon verloren zu haben. Und das bereits auf nationaler Ebene. Die Zahl der Meisterschaftsstarter sinkt ebenso stetig wie die Zahl der Medaillen. Und in Zürich? Da hoffen alle auf den großen Wurf des Magdeburgers Martin Wierig. Aber selbst für den wird es, auch das pfiffen die Ulmer Spatzen bereits vom Dach, wohl "nur" zu Bronze reichen.