Für große ausländische Investoren mit großer Nähe zur Macht im Kreml war Russland durchaus ein attraktiver Standort. Mittelständler waren schon immer vorsichtiger. Wladimir Putin hat alles auf die Karte "Macht" gesetzt, aber den Staat nicht entwickelt. Es fehlen ihm "Rechtssicherheit" und "Moderne Verwaltung". Dafür hat er schlechte Karten wie "Korruption" und "Filz" in der Hand. Die Basis ist marode.

Im Ukraine-Konflikt pokert Putin wieder nur mit seiner Lieblingskarte. Aber die anderen wollen nicht mehr mitspielen. Ausländische Investoren ziehen ihr Geld zurück. Putin kann sich keines mehr zu akzeptablen Zinsen leihen. Und nun die drohende Milliarden-Entschädigung für ehemalige Yukos-Besitzer. Auch bei der Zerschlagung des Konzerns hat Putin nur mit Macht gepokert und internationale Spielregeln nicht ernst genommen. Der Druck auf den mächtigsten Russen wir immer größer. Das kann ihn kooperativer machen oder noch gefährlicher.