Der Feldzug im Gaza-streifen gleitet Israels Premier Benjamin Netanjahu aus der Hand. Auch nach drei Wochen ist es dem Militär nicht gelungen, alle Tunnel und Raketenstellungen der Hamas auszuschalten. Stattdessen fordert der Einsatz, der nur für wenige Tage geplant war, immer mehr Tote auf beiden Seiten, insbesondere aber bei der ohnehin notleidenden Zivilbevölkerung in Gaza.

Statt nun auf eine Waffenruhe hinzuwirken, will Netanjahu aber seinen Feldzug um jeden Preis fortsetzen. Zu tief sitzt offenbar bei ihm der Irrglaube, mit militärischer Überlegenheit Konflikte für sich entscheiden zu können. Das dürfte sich bitter rächen: Je höher die Zahl ziviler Opfer in Gaza steigt, desto isolierter steht Israel international da. Auch innenpolitisch dürfte Netanjahu verstärkt unter Druck geraten, wenn die Zahl toter Soldaten steigt, versprochene Ruhe und Sicherheit ausbleiben. Unterm Strich stünde dann fest, was schon vorauszuahnen war: Ein blutiger Krieg, der nur Verlierer kennt. Politik