Bei einem genaueren Blick auf die Carbon-Prothese von Weitspringer Markus Rehm war die Entscheidung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) über ein Startrecht bei der Europameisterschaft wohl vorherzusehen. Denn in den Internationalen Wettkampfregularien heißt es, dass "der Gebrauch von Technologien oder Geräten, die dem Nutzer einen Vorteil gewähren, den er bei regelgerechter Ausrüstung nicht hätte" nicht erlaubt ist. Insofern ist die Nicht-Nominierung keine Überraschung und von den Regularien gedeckt. Das vorliegende biomechanische Gutachten hat diese Sichtweise nur weiter gestärkt und dem DLV bei dieser zweifelsohne schwierigen Frage neue Antworten geliefert.

Trotz des Aus für Rehm muss die Entscheidung nicht das Ende für Spitzensport von Behinderten und Nicht-Behinderten sein. Dazu bedarf es in Zukunft mehr couragierter Sportler à la Rehm, mutiger Verbände und einer stärkeren Durchdringung des Inklusionsgedankens in der Gesellschaft. Inklusion beschränkt sich nicht auf den Sport.