Sachsen-Anhalts SPD-Chefin Katrin Budde hat überraschend die ab 2017 geplante Mindestzahl für Grundschüler in Frage gestellt. Auch die CDU bringt Bewegung in die Diskussion um mögliche weitere Schulschließungen: Die Union plädiert für sogenannte Grundschulverbünde. Die neu entfachte Debatte belegt, dass die derzeitige Schulplanung (politischen) Schiffbruch erleiden wird. Denn CDU und SPD senden derzeit ganz klare Signale aus, dass sie eine weitere Grundschul-Schließungswelle ab 2017 unbedingt verhindern wollen.

Aber: Die Absichtsbekundungen sind derzeit fachlich noch wenig untersetzt. Fragen wie diese stellen sich: Wie viele Lehrer werden tatsächlich benötigt? Wie wird der Schülerverkehr geregelt? In der politischen Debatte fehlt eine klare Linie. Mal hü, mal hott - das verunsichert die Gemeinden. Diese Hängepartie belastet vor allem aber die Eltern, die nicht wissen, wo sie wann ihre Kinder einschulen können. Die Politik darf dieses Problem nicht auf die lange Bank schieben. Sie muss zügig Klarheit schaffen.