Die geplante Einrichtung zentraler Servicestellen für Termine bei Fachärzten ist eine der schrägsten Ideen der Großen Koalition. Natürlich sei jedem, der dringend eine Augen-Prüfung oder eine Wirbelsäulen-Untersuchung benötigt, die Konsultation eines Spezialisten innerhalb von vier Wochen gegönnt. Nur haben schon ganz andere Modelle versagt, um das zu bewerkstelligen. Versucht wurde die Steuerung der tatsächlich bedürftigen Patienten per strikter Hausarztüberweisung - abgeschafft. Versucht wurde die Regulierung über die Praxisgebühr - ebenfalls wieder abgeschafft.

Wenn es nun vom kommenden Jahr an Extra-Terminbeschaffer richten sollen, ist es angesichts des Fachärztemangels nur eine Frage der Zeit, bis auch diese beide Hände heben und rufen werden: Wir haben nichts! Was sich Union und SPD da ausgedacht haben, ist folglich nur wieder ein unausgegorenes bürokratisches Vehikel. Es behebt den Missstand nicht, sondern verkleistert ihn nur.