Die Arbeitszeit für Beamte auch in Sachsen-Anhalt anzuheben, ist ein richtiger wie überfälliger Schritt. Auch Staatsdiener leben länger und sind länger fit für den Job als noch vor 30, 40 Jahren. Und: Behörden brauchen wie Betriebe auch die Erfahrung der Älteren, weil es in den nächsten Jahren immer mehr an jungen Anwärtern mangeln wird. Beides - längere Lebenszeit, weniger Nachwuchs - sind demografische Effekte, die wir nicht aufhalten können.

Sicherlich wird der Regierungsentwurf in seiner Strenge so nicht durchgehen. Die Fraktionen werden stärker zwischen Behördenleiter und Feuerwehrmann unterscheiden. In Ordnung. Nur: Zu viel Nachsicht wäre auch verkehrt. Denn Beamte genießen weiterhin viele Ruhestandsvorteile. Nach 40 Dienstjahren gibt es gut 70 Prozent vom letzten Salär. Eine Mindestpension von etwa 1500 Euro bewahrt auch den "kleinen Beamten" vor Altersarmut. Davon können Rentner außerhalb der Beamtenwelt nur träumen.