Nun also soll es ein Isländer richten. Mit der Wahl von Dagur Sigurdsson greift der zuletzt krisengeplagte deutsche Handball - nach zähem innerem Ringen freilich - für sein Nationalteam ebenfalls auf einen Mann von der Vulkaninsel zurück. Viel falsch machen kann man dabei wohl nicht. Denn die Trainer aus dem hohen Norden haben, wo immer sie ihre Visitenkarte abgaben, bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen.

Die Männer vom Polarkreis sind wie Feuer und Eis. Sie leben und lieben Handball, betreiben ihren Job mit Akribie. Bestes Beispiel: Alfred Gislason. Der einstige Magdeburger und jetzige Kieler ist einer der besten Vereinstrainer der Welt. Und auch der SCM hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt mit Geir Sveinsson nunmehr wieder auf einen Isländer.

Auch der neue Bundestrainer besitzt bereits Reputation. Binnen vier Jahren hat Sigurdsson aus dem einstigen Underdog Füchse Berlin ein europäisches Spitzenteam geformt. Dies sollte ein Fingerzeig für das deutsche Nationalteam sein, wohin der Weg führen kann und muss.