Mit der dramatischen Lage im Irak ist der Westen wieder einmal heillos überfordert. Nach den traumatischen Erfahrungen des letzten Irak-Feldzugs wollen die USA vermeiden, in einen neuen Schlamassel vollends hineingezogen zu werden. Doch es zeichnet sich ab, dass Luftangriffe allein die IS-Milizen nicht stoppen.

Um nicht selbst mit Truppen eingreifen zu müssen, wollen Amerikaner wie Europäer nun die irakische Armee und kurdische Milizen mit Waffen beliefern - und gehen damit gewaltige Risiken ein. Zu oft haben sich die Fronten zwischen Kurden, Schiiten, Suniten und radikaleren Islamisten in der Vergangenheit verschoben.

In ein derart gespaltenes Land weiteres Kriegsgerät zu liefern, mag zwar kurzfristig schreckliche Massaker an Jesiden verhindern, könnte aber langfristig dazu führen, dass die vielen verfeindeten Gruppierungen auch in den kommenden Jahren genug Munition haben, um aufeinander loszugehen.