Große Aufregung! Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA wird schon seit Monaten in der Kulturszene derart heiß diskutiert, als ob es um nichts weniger als den Fortbestand abendländischer Kultur ginge. Natürlich wirkt es skurril, Hygienebestimmungen für die Rohmilchkäse-Produktion und den Umgang mit Kultureinrichtungen in einem Abkommen klären zu wollen.

Kultur ist eben keine Ware - zumindest aus europäischer Sicht. Genauso wenig aber ist das amerikanische Kultursystem per se schlecht. Und auch in Deutschland muss eine Debatte zum Beispiel über Kulturförderung möglich sein. Doch das Problem ist noch ein anderes: Viel zu intransparent werden die Verhandlungen geführt. Oft wissen nicht mal führende Politiker so genau, wer da eigentlich über was verhandelt. Das sorgt zu Recht für Kritik und schürt Ängste. So lange nicht mit offenen Karten gespielt wird, bleibt TTIP ein Schreckgespenst.