Darf man tatsächlich sagen, Gottseidank sind die Freiwasser-Wettbewerbe bei der Schwimm-EM am Sonntag vorbei? Dort in Berlin-Grünau, wo Rob Muffels vom SCM mit einer Silbermedaille den bislang größten Erfolg seiner Laufbahn feierte? Dort, wo das deutsche Team den ersten Teil ihrer Zielvorgabe erfüllt hat? Ja, man darf das sagen, nur nicht aus sportlicher Sicht, dafür umso mehr aus der organisatorischen.

In Grünau ist 25 Jahre nach dem Mauerfall die DDR noch mit ihrem ältesten Sportstättenbau präsent. In Grünau stinkt es penetrant nach Klo. In Grünau wurde alles getan, um keine Zuschauer herzlich Willkommen zu heißen. Die einzige Imbissbude, die zwei Stunden nach Beginn der Wettbewerbe öffnet und dann kalte Bockwurst mit eisgekühltem Brötchen serviert, lädt auch nicht zum Frohsinn ein. Mit Grünau haben die Organisatoren die schlechteste Wahl für einen Austragungsort getroffen. Und mit Grünau wurde vor allem eine große Chance verpasst, die eine EM nun mal bietet: für Berlin als Olympiastadt zu werben.