Es ist ein dunkles Erbe, das da in den Archiven und Lagern der europäischen Museen lagert: Knochenreste von "Buschmännern" aus Australien, Schädel von Ureinwohnern Afrikas, heilige Gegenstände von Völkern aus Südamerika.

Auf zweifelhaften Wegen gelangten die Stücke nach Europa, teils geraubt, für billiges Zeug getauscht oder gekauft. Mit den Devotionalien wurden noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Völkerschauen organisiert, die die Überlegenheit des Europäers beweisen sollten. Was dabei als Symbol von Folklore verkauft wurde, ist für die Betroffenen ein Teil der Identität.

Die fordern nun zurück, was ihnen gehört und gleichzeitig den Respekt, der ihren Kulturen lange verwehrt wurde. Dass das Radebeuler Museum nicht einfach den Streitgegenstand an den Indianerstamm zurückgibt, zeigt, wie komplex die Lage bei diesem Sachverhalt ist und wie schwierig es ist, diesem Auftrag gerecht zu werden.