Es war ein schöner Traum, den die Welt 2008 träumte. Ein junger farbiger Präsident an der Spitze der USA. Endlich schien ein Ende der Rassendiskriminierung gekommen. Doch die Realität sieht anders aus. Die USA sind bis heute eine gespaltene Nation. Die Krawalle in der Stadt Ferguson sind dafür nur ein weiterer Beleg.

In kaum einem anderen westlichen Staat prallen Extreme derart brutal aufeinander. Die Wut der schwarzen Bevölkerung mag übertrieben erscheinen. Doch noch immer ist dieser Teil der Bevölkerung ärmer, schlechter ausgebildet und geringer versichert als die weiße Schicht. Daran änderte auch ein Barack Obama nichts, der sich ohnehin nie als "schwarzer Präsident" verstanden hat. Die amerikanischen Waffengesetze und das Verständnis von Verteidigung tun ihr Übriges für derartige Krawalle. In dieser überhitzten Stimmung und radikalen Positionen auf allen Seiten bleibt eine offene Debatte über Rassismus eben nur ein schöner Traum.