Der Streit um Flüchtlinge zwischen Bayern und Italien macht einmal mehr deutlich, wie schlecht es um EU-Standards bei der Aufnahme von Flüchtlingen bestellt ist. Die meist ärmeren Staaten in der südlichen Peripherie sind überproportional betroffen. Deutschland schickt rund ein Drittel der Asylsuchenden dorthin zurück. In Griechenland sollen sich schon eine Million Asylsuchende und Illegale aufhalten. Eine Folge davon ist das unwürdige Geschacher um Flüchtlinge nach dem Sankt-Florians-Prinzip an Bayerns Südgrenze. Große Unterschiede gibt es nach wie vor auch bei Asylverfahren, Asylquoten und Unterbringung.

Die EU sollte sich endlich gemeinsam der Herausforderung der zunehmenden Krisenmigration stellen. Warum dauern Verfahren in manchen Ländern nur einige Monate, in anderen bis zu zehn Jahre? Warum gewährt Schweden großzügiger Asyl als Deutschland? Und warum gewährt das reiche Europa viel weniger Zuflucht als arme Staaten rund um Krisengebiete?